Wasserstoffbasierte Logistik in Neumünster

Holger Matzen, Geschäftsentwicklung Kontraktlogistik, Herbert Voigt GmbH & Co. KG (li) und Erik van der Meijde, Commissioning Engineer, Resato Hydrogen Technology B.V. (re)

Meilenstein der Testphase des „H2-Hub Neumünster“

Am 29.08. wurde der erste wasserstoffbetriebene LKW, ein Hyundai XCIENT FuelCell, während der Testphase erfolgreich an der neuen Wasserstofftankstelle des H2-Hub in Neumünster betankt. Mit dem Erreichen dieses Meilensteins geht es mit großen Schritten weiter in Richtung der Eröffnung des Standorts an der B-205. Noch in diesem Jahr soll die Tankstelle in den Regelbetrieb übergehen und der Öffentlichkeit für die Betankung von LKW und PKW mit gasförmigem grünen Wasserstoff zugänglich gemacht werden. Weitere Tests bilden die Basis hierfür.

Als erstes Unternehmen aus dem Kreis der Partner hat die Herbert Voigt GmbH & Co. KG einen Brennstoffzellen-LKW erhalten. Über den Fahrzeugvermieter hylane GmbH aus Köln konnte Voigt Logistik den derzeitigen Herausforderungen im Markt erfolgreich begegnen: Die Nachfrage nach wasserstoffbasierten Nutzfahrzeugen trifft heute auf ein sehr begrenztes Angebot. Herausforderungen in der Entwicklung der Fahrzeuge, Lieferengpässe und Zulassungsanforderungen führen zu langen Lieferzeiten. Umso mehr freut sich Holger Matzen, Geschäftsentwickler Kontraktlogistik bei Voigt, jetzt selbst deutliche Fortschritte im Bereich der neuen Antriebstechnik zu sehen: „Mit großer Freude können wir heute als erstes Speditions- und Logistikunternehmen in Schleswig-Holstein Transporte mit einen emissionsfreien LKW mit Wasserstoffantrieb anbieten, so Matzen. Damit beginnt für unser innovatives Unternehmen die Zeit, Erfahrungen mit dieser neuen Antriebstechnologie zu sammeln und sukzessive fossile Antriebe zu Gunsten emissionsfreier LKW zu ersetzen.“ Bereitgestellt wird das Fahrzeug durch die hylane GmbH, welche den LKW speziell für diesen Einsatz an Kunden aus Logistik und Handel vermieten.

Nach den Phasen der Entwicklung, Planung und des Baus der Wasserstofftankstelle durch die Hypion GmbH ist auch Dr. Stefan Rehm als Geschäftsführer zufrieden: „Mit der ersten Testbetankung eines LKW zeigen wir, dass für alle gestellten Anforderungen in der Entwicklung und Umsetzung des H2-Hub Neumünster Antworten und Lösungen erarbeitet worden sind. Wir freuen uns, dass die Bereitstellung des Fahrzeugs und die Betankung nahezu synchronisiert und das Vorhaben in einem zeitlich sehr ambitionierten Rahmen realisiert werden konnte.“ Dass sich bis zur Eröffnung des Hubs die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen, gelingt nur in guter Zusammenarbeit mit Partnern. Erst im Februar haben die POHL-Gruppe und der niederländische Anlagenhersteller Resato Hydrogen Technology B.V. mit den Bauarbeiten sowie der Anlageninstallation für die Tankstelle beginnen können. Dabei gingen der Umsetzung mehrere intensive Monate der Vorbereitung und Fördermittelakquise beim Bundesverkehrsministerium durch die Hypion GmbH voraus. „Jetzt befindet man sich aber auf der Zielgraden, eine neue Qualität von Wasserstofftankstelle zu zeigen und zeitnah in den öffentlichen Betrieb zu nehmen“, unterstreicht Rehm.

Marktumfeld

Der Mobilitätssektor ist weltweit für etwa 20 % der jährlichen Kohlenstoffemissionen verantwortlich und Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle bei der Verringerung dieser Emissionen. Den schweren Verkehren fällt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Bereitstellung von grünem Wasserstoff für die Verwendung unter anderem im Mobilitätssektor ist somit ein entscheidender Baustein für die Verringerung der Kohlenstoffemissionen. Gesamtsysteme mit der Wasserstoffproduktion, dem Transport, der Verteilung und der Nutzung sind als integrierte Wasserstoffwirtschaften insgesamt aufzubauen. Dieses realisiert Hypion mit seinen Partnern in Neumünster im Jahr 2023.

„Das Projekt H2-HubNMS wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 4.891.320 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.“